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* * * Kindheitserinnerungen * * *
Wie auch immer es zustande gekommen ist, weiß ich
nicht, doch in
meiner Familie wurde Ostern immer schon am Karfreitag gefeiert.
Damit
war ich bei meinen Schulkameradinnen eine Ausnahme aber
mich störte
es nie.
Das Schönste war, dass es nie so direkt in der Stadt
war, wo wie uns
zum Familienfest trafen, sondern in einem Vorort von Leipzig
bei
meiner Oma. Dort war es sehr grün. Hinter der Häuserzeile
gab es eine
große Wiese mit einigen Obstbäumen, Fliederbüschen
und
Forsythiasträuchern, sowie einer riesigen, mächtigen
Birke auf die ich
sehr gerne geklettert bin.
Neben der Wiese gab es ein kleines verwildertes Grünstück
mit Büschen,
Bäumen und einigen Pfaden & geheimnisvollen Stellen-
damals für mich
ein Eldorado, in dem es viel zu entdecken & zu erkunden
gab. Dort
nisteten jedes Jahr auch Hasen, so dass es um die Osterzeit
definitiv
auch immer einen Mümmelmann zu sehen gab, der umher
hoppelte- das
war für mich mit das Schönste, sie zu beobachten.
Am Karfreitag traf sich die Familie bei der Oma meist gegen
10 Uhr zu
einer Art Osterbrunch, nur dass wir das damals nicht so
neumodisch
benannten. Natürlich gab es bunte Ostereier zu essen
und ganz leckeren
Lukulluskuchen, sowie selbstgemachten Speckkuchen mit Kümmel.
Nach diesem ausgiebigen Schmaus begannen wir abwechselnd,
unsere
Geschenke, die bunten Eier, süße Leckereien &
Selbstgebasteltes
draußen auf der Wiese und in dem verwilderten Grüngelände
zu
verstecken und zu suchen. Ich durfte natürlich immer
zuerst suchen und
es machte mir riesig Spaß, wenn wir bei schönem
Wetter draußen waren
und ich das Gebüsch nach Geschenken durchforsten konnte.
*smile*
Anschließend fuhren wir ein Stück mit dem Auto
ins Umland,
irgendwohin, wo wir dann einen schönen Osterspaziergang
machten und
glücklich waren. Wir waren immer viel in der Natur
unterwegs,
Fernseher war nicht so beliebt. Bis zu meinem 12. Lebensjahr
lebte ich
ja in der DDR und diese ersten Kindheitsjahre waren geprägt
von
Einfachheit, wenig Luxus und Familienzusammenhalt- was mir
einen
wichtigen Teil für mein Leben mitgegeben hat. Es kommt
niemals darauf
an, wie viele und wie teure Geschenke man bekommt oder verschenkt,
sondern dass sie wenn, dann immer von Herzen kommen. Letztendlich
kann
man auch mit ganz wenigen Dingen viel erreichen und glücklich
sein
ich war damals sehr glücklich !
Deine Elissa
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