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7. Dezember 2010


Weihnachtskalender:


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Lieber Besucher,

wir - eine Freundin und ich bummeln verträumt durch die Stadt. Alle Schaufenster sind so hübsch weihnachtlich geschmückt, dass wir uns kaum sattsehen können. Wir sehen uns die neuesten Weihnachts-Deko-Trends an, lassen uns von der Unruhe und Hektik der anderen Weihnachts-Shopper aber nicht anstecken.

Plötzlich stehen wir vor einer Menschentraube. Neugierig bleiben auch wir stehen. Ein Stand ist hier aufgebaut. Man kann Lose ziehen für 1 €. Zu gewinnen gibt es jede Menge Krimskrams, einige hochwertigere nützlichere Dinge wie Rasierapparate für die Herrenwelt, Pulsmessgeräte oder Personenwaagen (ob das ein toller Preis für eine Frau in der Weihnachtszeit ist, lasse ich jetzt mal dahingestellt…); und sogar Reisen gab es zu gewinnen. Aber der Hauptpreis - man mag es kaum glauben, das war ein Weihnachtsmann für einen Abend als Begleitung. Der Herr stand ebenfalls am Stand und die Damenwelt war ganz hin und weg von dem gutaussehenden charismatischen Mann.
Meine Freundin war ganz aus dem Häuschen. Wir kauften zwei Lose - meine Freundin gewann eine Packung Buntstifte und ich zog eine Niete. Sie kaufte uns noch zwei Lose und wieder war der heißersehnte Hauptgewinn nicht dabei. Wir beschlossen weiter zu gehen und uns ein paar Meter weiter eine Waffel mit heißen Himbeeren zu gönnen. Meine Freundin malten sich die irrsinnigsten Erlebnisse aus, die man mit diesem Weihnachtsmann wohl haben könnte. Man könnte ihn als "Haus-Elf" nutzen und sich den ganzen Abend nach Herzenslust verwöhnen lassen. Er würde, während wir uns in der Badewanne entspannten, erst ein traumhaftes Abendmenü auf den Teller zaubern und anschließend unser Sofa mit Kissen und Decken gemütlich herrichten, Chips bereitstellen, einen heißen Kakao kochen und uns jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Unser Weihnachtsmann würde in Windeseile und ohne jegliches störendes Tellerklappern die Küche auf Hochglanz bringen um schnell wieder bei uns zu sein und unseren Nacken massieren. Auf die Andeutung, dass wir kalte Füße haben, würde er der Nackenmassage eine Fußmassage folgen lassen und mit uns zusammen im Licht der flackernden Kerzen "Dirty Dancing" schauen. "Träum weiter!" riss ich meine Freundin aus ihrer Gedankenwelt. Sie war von dem Gedanken richtig begeistert und wollte später unbedingt noch einen Versuch beim Los-Stand wagen. Wir aßen unsere Waffel auf und wärmten uns an einem Glühwein. Beim Rückweg machten wir einen Abstecher zum Los-Stand. Der "Weihnachtsmann für einen Abend" stand nicht mehr vor Ort. Meine Freundin fragte natürlich sofort den Losverkäufer, ob der Hauptgewinn denn schon gezogen wurde. Aber der Herr konnte ihre Angst beschwichtigen - der Weihnachtsmann musste sich aufwärmen, wird aber wiederkommen.

Gesagt - getan - wir zogen jeder ein weiteres Los aus der großen Box. Meine Freundin riss die Enden des zusammengefalteten Papieres ab - ein Gewinn, leider nicht der Hauptgewinn. Sie ist jetzt Besitzerin einer Saftpresse - die dritte, die sich in ihren Küchenschrank einreihen darf. Mein Los entfachte ein merkwürdiges Gefühl in mir, gar eine Mischung von Übelkeit, Überforderung und Kribbeln. In großen Buchstaben stand auf meinem Zettel "Hauptgewinn". Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Meine Freundin fragt mich, ob ich was gewonnen hätte. Im Eifer des Gefechts antwortete ich, dass es wieder nur eine Niete sei.

Ich steckte das Los in meine Jackentasche und wir machten uns auf den Heimweg. Sollte ich das Los später noch einlösen? Oder meiner Freundin schenken, die sich doch so sehr den Weihnachtsmann-Abend gewünscht hatte? Ich wartete erst einmal ab.

Fortsetzung folgt…

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