Wollen wir sie blasen lassen?

Mein lieber Leser,

früher war ich ein anständiges Mädchen. Nachts schlief ich stets in meinem Bett, hatte Sex mit immer nur einem Mann gleichzeitig (und mit mir selbst natürlich 😉), und nie hatte ich Kontakt mit der Polizei. Jetzt ist das anders. Ich habe einen Punkt in Flensburg, bin gut gebucht und kenne sämtliche Hotels und gaaanz viele Männer. Und immer wieder treffe ich jetzt andere Menschen, die wie ich nachts unterwegs sind. Einmal habe ich darüber bereits geschrieben (Rücklichter, 5.7.). Jetzt berichte ich mein neuestes Erlebnis:

Ich kam von einer Buchung, und es war sehr spät geworden, denn wir hatten beide viel Spaß miteinander gehabt. Ich lief zu meinem eingeschneiten Auto, welches ich direkt vor einer Polizeiwache geparkt hatte; das hatte sich so ergeben und ich hatte mir nichts weiter dabei gedacht. Nun standen rauchend vor der Wache und damit direkt neben meinem Auto zwei junge Polizisten und starrten mir erwartungsvoll entgegen.

„Wo kommen Sie denn her?“ fragte der eine.

„Schau sie dir an, woher wohl…“ meinte der andere mit einem wohlwollenden Blick auf meinen sehr kurzen Rock im Schneegestöber.

„Sie beabsichtigen, jetzt Auto zu fahren?“, meinte der erste zu mir, und als ich bejaht hatte, fragte er seinen Kollegen:  „Wollen wir sie blasen lassen?“ –

„Wieso denn das?“, fragte der Kollege. –

„Na dort wo sie herkommt, da gab’s bestimmt erstmal Alkohol, zum Lockerwerden und so“, antwortete der erste Polizist, „das weiß man doch“. – „Echt, weißt du das? Trinkst du dir auch jedes Mal Mut an, bevor du deine Freundin vögelst? Oder muss sie sich davor erstmal betrinken?“ lachte der andere.

Bevor das Gespräch noch eskalierte, schaltete ich mich ein: „Gegen blasen hab ich nichts, kein Problem. Hab ich grad auch schon ausführlich gemacht!“ Ich leckte mir lasziv über die Lippen und wartete ab. Nach kurzem Zögern nickte mir der mutigere der beiden zu und zog mich in einen nahegelegenen Hauseingang. Kurz danach befriedigte ich dann auch noch den zweiten, und beide betonten anschließend, dass ich viel besser sei als alle ihre Freundinnen (aktuelle und ehemalige). Ich antwortete bescheiden, dass mir das ständig alle Männer sagen würden und dass ich das ja schließlich auch auf einer professionellen Ebene mache.

Nun bat ich die beiden noch, mein Auto ordentlich vom Schnee zu befreien („Damit ich nicht in eine Verkehrskontrolle komme, da muss ich dann schon wieder blasen, und irgendwann muss ich ja schließlich auch mal nach Hause kommen!“), und schon konnte ich losfahren.

Lieber Leser, neben der Schneeberäumung meines Autos hatte die Sache noch einen Vorteil: Nach den beiden Männern konnte ich den Energy-Drink, den ich vor der nächtlichen Autofahrt sonst zu mir genommen hätte, für die nächste  Buchung aufsparen… 😉

Liebe Grüße von deiner Jane

(die mit ihrem Mund ja sooo geschickt ist …)

Bildquelle: Hausfotograf